Late to the Skitour-Party

Bö unterwegs am Mutteristock, Redertenstock und dem Biet – mit Blick auf Zürich.

Zum Glück gibts – in diesem Fall – die Corona-Pandemie. Die Aussicht auf geschlossene Skigebiete hat mich im Dezember endlich dazu bewogen, Tourenskis zu kaufen; wollte ich eigentlich schon lange.

Und ich habe es kein bisschen bereut.

Alleine in der Natur, mit Muskelkraft einen Berg erklimmen und dann geschwind wieder runter. Es gibt schon arg viele Parallelen zum Velofahren. Nur die Füsse sind wärmer. Und das ist in diesem ewigen Winter 2020/21 doch schon mal eine Errungenschaft.

Als blutiger Anfänger habe ich mal die Hügel und Berge um Zürich entdeckt. Im Hochybrig das Biet und den Rütistein. Im hinteren Wägital den Rederten- und Mutteristock. Verrückt, was man selbst als Mountainbiker in der Nähe noch so alles entdecken kann.

Ich habe geübt mit Harscheisen umzugehen, zu meine Überraschung gelernt, dass man auch Skifelle wachsen bzw. imprägnieren muss. Und irgendwann werde ich die 100 verschiedenen Einstellungen der Fritschi-Bindung im Griff haben.

Ich hoffe mal, dass es nächste Saison noch ein wenig höher und weiter weg geht.

Clubhouse – gekommen, um zu bleiben?

Nach knapp zwei intensiven Wochen auf der neuen Hype-App 7 Learnings & 1 Bonus-Tipp.

Mein Clubhouse-Setup: iPhone, EarPods und MagSafe-Lader.
  1. Clubhouse ist krass zeitintensiv. Schnell mal checken wie bei Twitter geht kaum. Wenn man sich an einer interessanten Diskussion beteiligt rast die Zeit – und plötzlich ist 4 Uhr morgens.
  2. Wie findet man interessante Chats? Clubhouse ist in Clubs (beständig) und Rooms (flüchtig) aufgeteilt. Erstere kann man suchen – sind aber noch rar. Letztere findet man nur, wenn man den richtigen Leute folgt. Qualität geht bei mir hier vor Quantität. Übrigens könnt ihr Rooms ad-hoc starten – oder beim Kalendersymbol eintragen und so im voraus ankündigen. So könnt ihr auch Links zu kommenden Talks verschicken/posten.
  3. Welche Rollen gibts es? Moderatoren, Sprecher und Zuhörer. Wer in einen Room kommt und sprechen will drückt aufs Hand-Symbol (✋). Danach werden sie je nach Laune des Moderators «auf die Bühne geholt». In kleineren Rooms ist das schneller möglich. In grossen Diskussionsrunden kanns länger gehen – oder gar nicht.
  4. Gute Gesprächskultur. Vielleicht liegts an der Exklusivität (iPhone- & Invite-only) oder daran, dass man direkt aufeinander reagieren kann – oder an guten Moderatoren. Jedenfalls habe ich die Talkrunden zu 99% positiv erlebt. Man nimmt sich zurück, plärrt nicht rein und lässt andere ausreden. Gleichzeitig sollen alle versuchen, sich einigermassen kurz zu fassen.
  5. Audio-Qualität rulez! Es gibt nichts schlimmeres als dumpfe Stimmen, Hintergrundgeräusche oder ständige Abbrüche. Guckt auf eine ruhige Umgebung, wenn ihr euch an einer Diskussion beteiligt – und mutet das Mikrofon wenn ihr fertig seid. Als eines der besten Hilfsmittel hat sich der alte und (teils) mit gelieferte EarPods-Kopfhörer mit Kabel entpuppt. Super Mikro, super Sprachqualität. Einziger Nachteil: Clubhouse-Runden gehen oft lange und sind Akkufresser. Ist der Lightning-Stecker vom Kopfhörer blockiert kann man nicht nachladen – ausser man hat einen kabellosen Lader auf der Rückseite angeschlossen. MagSafe beim iPhone 12 ist da natürlich super bequem (siehe Setup-Foto).
  6. Investiert ein wenig in eure Bio. Clubhouse ist Audio-only. Es lohnt sich in der Bio ein paar Worte über sich, seine Interessen oder seinen Beruf zu verlieren – damit man nervige Vorstellungsrunden abkürzen kann. Zudem kann der Account mit dem Twitter- oder Instagram-Profil verknüpft werden. Vor allem letzteres hat sich als extrem genutzter Zweitkanal entpuppt. Während Gesprächen geht man den anderen auf Insta auschecken, schreibt ihm/ihr Nachrichten – oder kann im Nachhinein sogar noch anrufen.
  7. Ausprobieren und kreativ sein! Wer nach zwei Tagen Clubhouse schon über Monetarisierung redet, will in meinen Augen zu schnell zu viel. Es herrscht noch Goldgräberstimmung. Man kann noch soviel herumspielen bis sich mit der Zeit definitive Formate herauskristallisieren. Und darum kann und will ich auch nicht prophezeien, ob es die App in ein paar Jahren noch gibt. Flacht das Interesse ab? Bilden sich nischen? Wird Clubhouse von der Konkurrenz aufgekauft und integriert – oder in Zuckerberg-Manier mit Kopien weggedrückt? Es wird sich weisen (bin aber optimistisch).

Bonus-Tipp für Moderatoren: Sorgt für ein angenehmes Klima. Leute im Publikum namentlich aufzurufen und auf die Bühne zu bitten ist verpönt – vielleicht können sie gerade nicht sprechen. Falls ihr jemanden entdeckt, könnt ihr ihn oder sie als Sprecher*in einladen (Invite as speaker). So kann er/sie selbst entscheiden, ob er hochkommen will. Zudem empfiehlt es sich für grössere Runden mehrere Moderatoren zu haben – die als Backchannel zur Absprache eine WhatsApp-Gruppe o.ä. verwenden.

Bonus-Tipp #2: Mit dem Update vom 12. März ist es endlich auch möglich Profile und Clubs zu verlinken. Beispiele wie folgt:
https://www.joinclubhouse.com/@thbenkoe
https://www.joinclubhouse.com/club/helden-der-nacht

ProTipp: Talks im Clubhouse-Kalender ankündigen – wie etwa «Helden der Nach».

Ich bzw. wir (vom BLICK) sind momentan ein wenig am ausprobieren, was auf Clubhouse läuft – und was nicht. Mit meinen Clubhouse-Bekanntschaften Nina, Oleg und Nils betreiben wir seit einigen Nächten die virtuelle Bar «Helden der Nacht», wo wir schon jetzt viele nette Stammgäste haben. Beruflich experimentieren wir auch und haben mit dem «BundesClubhouse» ein Polit-Format entwickelt, das wir mit einem Stream auf Blick TV auch ausserhalb der App verfügbar machen wollen – weil sie eben noch nicht so verbreitet ist. Wie lange wir das durchziehen werden, muss sich noch weisen, zumal es ja ein wenig dem Geist der App widerspricht. Wichtig ist hier die Leute darauf aufmerksam zu machen, dass Gespräche gestreamt bzw. auf gezeichnet werden.

PS: Falls ihr euch gefragt habt, woher die farbigen Kreise auf Clubhouse-Profilbildern kommen: Surft auf clubhouseglow.com und pimpt euer Foto. Gibt neu sogar ne App.

PPS: Die Helden der Nacht haben eine Telegram-Gruppe als Second-Screen für Links, Bilder etc.: https://t.me/heldendernacht

Noch Fragen? Dann unten in die Comments!

Das komplette Bike

Wenn ich nur 1 Velo haben dürfte, es wäre ein Gravelbike mit dicken Pneus.

Klar, es ist nicht so schnell wie ein schlankes Rennvelo und nicht so krass wie ein Mountainbike. Aber es bietet eine unglaubliche Einsatzbreite. Gerade für die Schweiz. Einfach losfahren und sich nicht darum kümmern, ob die Asphaltstrasse in einen Kiesweg oder gar Naturtrail mündet. Das Motto: Weiterfahren!

Im Kies daheim: Gravelbike «Magma» aka BlackBeauty (in Zürich an der Sihl).

Welches Gravelbike? Egal! Es kommt auf die Komponenten an. Je dicker die Pneus, desto besser die Federung und desto weniger Durchschläge auf ruppigem Terrain dank mehr Volumen. Ich fahre momentan 38c – breiter ist auch gut.

Ebenfalls wichtig: Eine Schaltung mit genügend leichten Gängen. Ich habe die GRX (zweifach) montiert – und kam bis jetzt nur vor Rigi Kulm steilheitsmässig an den Anschlag.

Einziges Problem: Im heutigen wegen Corona ausgetrockneten Gravelmarkt können grosse Marken kaum oder nur nach langer Wartezeit liefern. Mein Modell «Magma» stammt darum von Kollega Rico von der Zürcher Velofabrik im Seefeld. Dank seinen guten Connections nach China kann er Mobilität nach wie vor garantieren. Buy local.

Tipp: Wer einmal eine zünftige Graveltour unternehmen will, folgt dem Veloweg 94 von Zürich über Bern nach Fleurier im Val-de-Travers. Entlang von Sihl, Emme, Aare und L’Areuse. Die 260 Kilometer sind auch an einem Tag gut machbar. Obwohl, es ist ein langer Tag. Ich habe das Ding am 12. September ’20 gemacht und fuhr dann via Veloweg 5 wieder zurück. Wurde noch ein wenig länger.

Zürich–Fleurier retour (458 km).