vor wenigen monaten verwandelte sich unsere wohnstrasse von einer 30er- in eine “begegnungszone”. seither ist nichts mehr, wie es wahr. bei manch einem autofahrer scheint das tempo-20-schild spätpubertäres revoluzzertum auszulösen – das mit bleifuss ausgelebt wird.
an die kollegen der chinesischen diplomaten nebenan, die mit ihrem bmw mit cc-nummernschild mit 50 km/h durchbrausen, haben wir uns langsam gewöhnt. auch die frau, mit dem firmenauto einer bekannten modekette, die gerne mal handgreiflich wird, wenn hiesige mütter sie bitten langsamer zu fahren, ist bekannt. doch gestern samstag nahm die raserei eine neue dimension an.
der nachbarsbub (3) konnte seine schwester (1) gerade noch heldenhaft mit einem beherzten schubs auf die seite retten, bevor ein renault-espace mit ca. 40 km/h ungebremst durchfuhr. der leser muss an dieser stelle erfahren, dass die kinder von dieser strasse seit jeher auf der strasse spielen (müssen). da links und rechts der platz fehlt (siehe streetview):
eine mutter, die nach dem zwischenfall wütend an die autoscheibe klopfte wurde erst als hure beschimpft, dann fasste sie vom fahrer einen faustbox ins gesicht. und wäre er nicht so besoffen gewesen, hätte er wohl richtig getroffen. dann brauste der ältere fahrer mit dem nummernschild “zh 56xx” davon – um dann doch noch den platzhirsch zu markieren und weitere vier mal durch die strasse zu donnern.

der tat-renault: dank streetview lokalisiert in einer zürcher vorortsgemeinde.
und das war wo? ah ja, in der begegnungszone. die laut stadt zürich folgendes idyll sein soll:
Erleben und gewinnen Sie eine neue Dimension an Wohn- und Lebensqualität! Möglich macht dies die attraktive Begegnungszone. Ob Jung oder Alt, von einer Begegnungszone profitieren alle. Das Miteinander von Zufussgehenden und Verkehrsteilnehmenden wird auf eine neue partnerschaftliche Basis gestellt. In zahlreichen Begegnungszonen in der Stadt Zürich funktioniert dies bereits hervorragend.
leider müsste die polizei auch krähenfüsse oder gröbere geschütze verteilen, damit die wohnbevölkerung die “neue dimension an lebensqualität” auch geniessen kann.
Kein Wort davon, dass man sich wehrt gegen diese betrunkenen Raser im Quartier (ausser Scheibenklopfen)? Dürfte ein Diplomat mit CC-Schild ein Kind umfahren (glaub ich nicht)?