wie blauäugig ist der datenschützer? #streetview
heute abend forderte der eidg. datenschützer hanspeter thür google auf, streetview abzuschalten – weil doch einige gesichter und autonummern zu erkennen sind.
noch am dienstag gab er für die aufschaltung des dienstes grünes licht und hielt auf einer eigens eingerichteten webseite fest:
Die Fahrzeuge von Google fotografieren zwar ganze Strassenzüge, aber nicht mit dem Ziel, Personen oder Autokennzeichen ins Netz zu stellen. Daher werden die Bilder nach der Aufnahme anonymisiert. Dies bedeutet, dass Google die Gesichter von fotografierten Personen genauso wie Autonummern unkenntlich macht, bevor die Bilder im Netz veröffentlicht werden. Für die Veröffentlichung eines Bildes von Ihnen müssten zwei Zufälle zusammentreffen: Erstens müssten Sie genau dann auf der Strasse spazieren gehen, wenn das Kamera-Auto von Google durch die Strassen fährt und Aufnahmen macht, und zweitens müsste aufgrund eines technischen Fehlers die Anonymisierungssoftware gerade in Ihrem Fall nicht funktionieren. Diese beiden Faktoren dürften nur in seltenen Fällen zusammenfallen; dann haben Sie natürlich immer die Möglichkeit, bei Google Inc. Ihr Löschugnsrecht einzufordern.
hallo? also ich persönlich habe ja nix dagegen, wenn mich jeder löli im netz erkennt. allerdings ging thür da recht blauäugig an diesache, wenn ihm denn so viel an der privatsphäre liegt. schliesslich sind aus dem ausland (wo es streetview schon länger gibt) zig fälle bekannt, wo der datenschutz nicht funktionierte. jetzt der fehlenden anonymität hinterherzuheulen dünkt mich reichlich populistisch.





Matthias 07:33 on 22. Aug 2009 Permalink |
Ich finde nicht, dass Thür aufgrund der Probleme in anderen Ländern Street View hätte präventiv verbieten sollen. Das wäre unfair, da Google hoffentlich dran ist, diese automatische Anonymisierung ständig zu verbessern. Jetzt Google aufzufordern, das Versprechen bezüglich Anonymität einzuhalten, ist aber nötig und sinnvoll.
Matthias 11:09 on 22. Aug 2009 Permalink |
Jetzt bin ich etwas verwirrt! Im Blick am Abend und im Blick wurde doch bzgl. Google Street View ausführlich den Big Brother beschworen mit Titeln wie “Google weiss, wo du wohnst!”, “Dieses Google-Auto spioniert Sie aus!”, “Ab heute spannert Google mit”, “Big Brother knipst für Google” etc., inklusive Screenshots von erkennbaren Gesichtern und Autonummern. Und jetzt ist der Datenschützer “naiv”, wenn er dieselben Bedenken äussert wie ihr. Das verstehe ich nicht.
Draven 17:59 on 22. Aug 2009 Permalink |
So wie Herr Merz, der gesamte Bundesrat, Politik und Wirtschaft, ist mittlerweile auch der Datenschützer mehr als nicht mehr glaubwürdig. Alles rückgratlose Hampelmänner die die Fahne in den Wind hängen, der grade weht…
Titus 18:41 on 22. Aug 2009 Permalink |
Ich seh’ das ähnlich wie Matthias. Es ist eine Gratwanderung zwischen «sich dem neuen Produkt nicht querstellen» und «sicherstellen der Persönlichkeitsrechte». Eigentlich erklärt uns der EDÖB auf dieser Seite ja nur die Auflagen an Google…
Ein hallo? sehe ich eher darin, dass Google den Persönlichkeitsschutz ausschliesslich technologisch sicherstellt. Das mag ein erster Vorlauf sein, aber wenn es um Persönlichkeitsrechte geht (welche Google nach eigener Aussage respektiert), gehört doch immer noch ein Mensch hinter den Bildschirm.
Last but not least: Wenn Google technologisch in der Lage ist Gesichter zu anonymisieren, dann muss Google auch in der Lage sein, Gesichter als solche zu erkennen (sonst kann ja nichts anonymisiert werden). Bezüglich Gesichtserkennung erwartet uns in naher Zukunft wohl noch so einiges..
Philippe 18:29 on 23. Aug 2009 Permalink |
Die Kommunikation Thürs ist ungeschickt. Offenbar ist er schlecht beraten.
verspielt google mit blabla-pr den ruf? #streetview « bö | benkösblog 22:50 on 24. Aug 2009 Permalink |
[...] Comments Philippe on wie blauäugig ist der dat…Titus on wie blauäugig ist der dat…Draven on wie blauäugig ist der [...]
benkösblog 20:42 on 27. Feb 2010 Permalink |
[...] von streetview immer noch so positiv gestimmt ist. denn auch der wankelmütige schweizer datenschützer hanspeter thür war ja anfangs auch noch positiv gestimmt, bevor er seinen feldzug begann. « Previous [...]
wer nichts wird, wird datenschützer #wlan-polemik | BenkösBlog 20:23 on 23. Apr 2010 Permalink |
[...] haben – eine gefährliche mischung. genau nach dem gleichen schema lief es beim schweizer datenschützer hanspeter thür ab. obwohl google streetview schon lange im ausland verfügbar war tat thür völlig [...]