weg mit der velovignette – lob der sachpolitik

velonummer83

kindheitserinnerung: jedes jahr in der stadtverwaltung für die velonummer schlangestehen.

es geht ja! statt in bern oben kindergarten zu spielen und sich auf die köpfe zu geben gibts doch noch politiker, die sachpolitik machen. darum an dieser stelle ein lob an cvp-ständerat philipp stähelin, der seinem ziel die velovignette abzuschaffen heute ein gutes stück näher gekommen ist. der ständerat hat seine initiative gutgeheissen:

Geht es nach dem Ständerat, gibt es bald keine Velovignette mehr. Gegen den Willen der Verkehrskommission (KVF) hat die kleine Kammer am Donnerstag mit 21 zu 8 Stimmen eine parlamentarische Initiative gutgeheissen. «Offenbar tragen wir alte Zöpfe gerne weiter, obschon die Glatze darunter allenthalben durchscheint», sagte der erfolgreiche Initiant Philipp Stähelin (CVP/TG). Die Fahrradnummer und die damit verbundene Haftpflichtversicherung hätten sich überlebt: «Sie stammen noch aus einer Zeit der polizeilichen Kontrolle aller Lebensumstände.» Laut Stähelin verursacht der zwischen vier und zehn Franken kostenden Kleber einen unverhältnismässigen Verwaltungsaufwand. Viele Velos seien ohne Nummer unterwegs, Polizeikontrollen fänden kaum mehr statt. Vor allem aber hätten 90 Prozent der Radfahrer und Radfahrerinnen bereits eine private Haftpflichtversicherung. (quelle: sda)

schon früher sagte stähelin treffend:

Ein Blick auf die Statistik der Unfallversicherung Suva zeigt: Die Vignettenpflicht für Velofahrer ist tatsächlich willkürlich. Weit mehr Unfälle verursachen die Skifahrer und die Fussballer. So verunfallten im Jahr 2006 insgesamt 39 862 Fussballer und 24 190 alpine Skifahrer. Im Bereich Fahrrad registrierte die Suva 21 970 Unfälle. Deutlich fallen die Unterschiede auch bei den verursachten Gesundheitskosten aus, die die Haftpflichtforderungen allerdings nicht enthalten: Bei den Skiunfällen waren es 209 Millionen Franken, bei den Unglücken mit Velos 150 Millionen. «Wenn wir an der Fahrradnummer festhalten, müssen wir auch eine Vignette für Ski und Fussbälle einführen», sagt Stähelin. (quelle: tagi)

bö freuts natürlich ganz privat – seine 7 velos kosten ihn jährlich ca. 40 franken vignetten-kosten. von der verschandelung ganz zu schweigen.

5 Responses to weg mit der velovignette – lob der sachpolitik
  1. Sandro
    May 28, 2009 | 16:39

    Also, her mit den Vignietten für Skis, Snowboards und Fussbällen…. ich hätte dann noch gerne eine Vigniette für meine Joggingschuhe und meine Badehose ;-)

  2. Christoph
    May 28, 2009 | 16:49

    Ist das Problem beim Velofahren nicht, dass man relativ schnell grossen Sachschaden anrichten kann? Deshalb die obligatorische Haftpflicht via Vignette.

    Warum Fussballspielen oder Skifahren ähnliches Haftpflichtpotential bergen sollen, ist mir nicht ganz klar.

  3. honsa
    May 28, 2009 | 18:57

    Kannst du mir erklären, wieso du 7 Velos besitzt, Grossfamilie oder was ;)

    Finde es auch praktisch, dass die Sache mit der Vigniette wegfallen soll. Habe zwar nur ein Velo aber vergesse es dennoch jedes Jahr so eine zu kaufen und wenn ich dann doch im Dezember oder so eine will, finde ich die kaum mehr …

  4. mds
    May 28, 2009 | 19:20

    Ich hoffe, Bö wird nach der etwaigen Abschaffung der Velovignette nie von einem Velofahrer geschädigt, der nicht versichert ist und sich deshalb nicht leisten kann, für den Schaden aufzukommen … zumindest ein Versicherungsobligatorium mit entsprechendem Strafmass bei Nichtbeachtung sollte aufrecht erhalten werden.

  5. tin
    May 28, 2009 | 21:37

    Der Versicherungsschutz muss natürlich weiterhin bestehen. Da war das Einkassieren über die Vignette ja relativ unkompliziert. Wie Herr Stähli aber nun dieses Problem lösen will? Eine einmalige Gebühr beim Kauf des Velos? Oder doch so kompliziert wie beim Auto – mit Police und Rechnung mit Mahnungen, für diejenigen, die vergessen zu zahlen?

    Meinetwegen Vignette abschaffen – aber bitte das Ganze nicht dann noch mehr bürokratische aufblasen.

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