twitterer nerven sich über 10vor10 (blocher/maurer-inti)
heute hat sf-bundehauskorresponent hans bärenbold kurz nach der vostellung des svp-bundesratskandidatenduos blocher/maurer interviewt. nach meinung von twitterland sehr salopp bzw. schlecht – und immer mit dem unterton, maurer sei dann als nr. 2 nur der gango vom blocher, wenn er gewählt würde. bei der frage, ob er als künftiger vbs-chef alle armee-dossiers blocher vorlegen werde, haute es maurer den nuggi use:
“ach das sind ja dumme fragen, solche unterstellungen kommen nach 12 jahren nur noch dem fernsehen in den sinn – ueli maurer“
[update1] heute freitag erfuhr ich von mehreren quellen, dass bei sf das vermaleidete inti tagesgespräch ist. alle sind amüsiert…
[update2] das inti gab im leutschenbach sogar so viel zu reden, dass sf-chefredaktor haldimann sich genötigt fühlte, noch heute freitag um 17.16 uhr ein stellungnahme zu bloggen:
In 10vor10 hat gestern ein Redaktor die beiden SVP-Bundesratskandidaten Christoph Blocher und Ueli Maurer interviewt. Das kleine Gespräch, entstanden im Gedränge vor dem Sitzungs-Saal der SVP in Oberbuchsiten, ist missglückt … Ich habe nichts gegen harte Fragen, im Gegenteil. Wir wollen den Politikern lästig fallen, aber nicht im Ton, sondern indem wir, sehr freundlich, unbequeme, fakten-unterlegte Fragen stellen. …mehr.
[update3] ein halber tag nach benkösblog war die story auch beim tagi/newsnetz ein thema. ein bisschen verwundert lese ich den titel von hubert moosers artikel: “Ueli Maurer verliert vor der Kamera die Nerven” – und wähne mich im falschen film. mooser schreibt:
Doch als der Journalist nachhakte, ob alle Dossiers auch auf dem Tisch von Christoph Blocher landen, wenn Maurer Chef im VBS sei, verlor der frühere SVP-Präsident die Fassung. «Das sind doch dumme Fragen.» Wenn er VBS-Chef werde, treffe er Entscheidungen zusammen mit den Leuten im VBS. Die Partei habe die Möglichkeit, sich einzubringen. «Die dummen Unterstellungen nach zwölf Jahren kommen wirklich nur dem Fernsehen in den Sinn.»
aber hallo! es gib meiner meinung nach eine unterschied zwischen harten, und dümmlichen fragen – und bei letzteren darf man sich glaubs auch mal verteidigen (sogar die svp, mooser!). ueli maurer zig mal vorwerfen, er sei der gango vom blocher ist nicht “nachhaken”, sondern irgendwie so 90er-jahre-anti-blocher-reflexig.
lieber mooser, von journi zu journi. wenn einer aus der zunft mal einen seich gemacht hat, muss man auch das halt mal zugeben können. haldimann konnte es.
der vollständigkeit halber hier noch das artikeli aus “blick am abend“.






CS 00:10 on 28. Nov 2008 Permalink |
Hatte schon befürchtet, Ueli würde nach der erwähnten Frage einfach weglaufen, wie im TeleZüri geschehen: http://www.youtube.com/watch?v=IUXB_5Ylfp4
Verstanden hätte ich’s. Das Interview war wirklich schlecht. Der Herr mit dem Mikrofon fühlte sich in seiner Haut selber nicht ganz wohl und war so erschrocken ob den feinsäuberlich vorbereiteten Investigativfragen auf seinem Notizblock, dass er sich gar nicht getraute, Anschlussfragen zu stellen.
bö 00:13 on 28. Nov 2008 Permalink |
@cs: jaja, cool. habe die telezüriszene live miterlebt :-)
Andreas Kyriacou 01:42 on 28. Nov 2008 Permalink |
Na ja, nachdem Blocher im Vorfeld dieser Doppelnomination in jedes erreichbare Mikrofon getrötet hatte, er selbst sei der Fähigste, hat Maurer halt tatsächlich die Zwei auf dem Rücken. Und dass Blocher weiterhin dreinschwatzen will, hat er im Interview ja direkt zugegeben. Die Fragen waren also vielleicht wenig charmant, aber sie haben den Zustand bei der SVP recht genau wiedergegeben.
Jens-Christian Fischer 09:26 on 28. Nov 2008 Permalink |
Ich finde das Gespann Blocher/Maurer zum davonrennen. Aber für die tendenziöse, maliziöse und schlicht unprofessionelle Art das Interview zu führen sollte man dem Herrn Bärenbold die Lizenz das Mikrofon zu führen entziehen.
Zwar macht die SVP auch lieber Polemik als Inhalte zu diskutieren, aber das ist m.M kein Grund, dass SF es ihnen gleichtut.
Vielleicht habe ich auch einfach zu hohe Erwartungen an Journalismus?
David 09:43 on 28. Nov 2008 Permalink |
immerhin muss man 10vor10 zugute halten, dass sie das interview ausgestraht haben, und dass sie sich die fragen nicht von den politikern diktieren lassen. 10vor10 darf die fragen stellen, die es für richtig hält, und die politiker dürfen sich darüber aufregen, wenn sie das für richtig halten.
gut war das interview nicht. aber schlecht wäre es erst, wenn die fragen ala teleblocher gestellt würden.
Andreas Hobi 10:05 on 28. Nov 2008 Permalink |
Man beachte, wie sich Bärenbold am Schluss “bedankt” und welchen Blick er da Ueli Maurer zuwirft. ;-)
Thomas 13:47 on 28. Nov 2008 Permalink |
Wobi ich ja immer no Fan bim vom Leueberger bim TV3: http://www.youtube.com/watch?v=ZgTddlfYc-k
Mickey 16:22 on 28. Nov 2008 Permalink |
Ein miserables Interview, sehr gute und klare Antworten von Blocher/Maurer. Dass ein Staatsbetrieb wie das SF, das keinen Gewinn abwerfen muss, sich der SVP und deren Exponenten gegenüber so verhält, ist beschämend.
philipp sauber 16:47 on 28. Nov 2008 Permalink |
Freut mich natürlich, dass mein Tweet erhört wurde und hier doch ‘ne mittlere Diskussion auslöst, allerdings auch kein wunder beim Lieblings-Blogthema der Schweizer.
@Jens, bleibe auch bei meiner Meinung, dass das für’s 10vor10 peinlichst war und nichts mit “wenigstens haben sie’s ausgestrahlt” zu tun hat. Es handelt sich hier nicht um ein Leihentheater sondern um das neutrale (leider unwahrscheinlich), staatliche Fernsehen.
@Andreas Micro-Lizenz entziehen würde helfen aber was macht der Herr danach?
Zweierticket « Journalistenschredder… 18:00 on 28. Nov 2008 Permalink |
[...] via Internet vor. Seit Wochen wird in Blogs, Foren und auf Twitter nur noch über das sympathische «10 vor 10»-Interview der beiden Kronfavoriten debattiert. Im letzten Moment passiert das PR-Destaster, mit dem [...]
maurer/bärenbold: wieso das 10vor10-inti so kommen musste at benkösblog 02:03 on 30. Nov 2008 Permalink |
[...] erinnern sich, ein interview des sf-magazins 10vor10 sorgte ende dieser woche für aufsehen. nach der [...]
Blocher in den Medien: Blochermania » medienlese.com 12:57 on 01. Dec 2008 Permalink |
[...] Die Gewichtung der Fakten, die Bildauswahl (Beispiel: blick.ch), die Fragestellungen (Beispiel: sf.tv) lassen oft keinen anderen Schluss [...]
Stefan 09:35 on 02. Dec 2008 Permalink |
Sehr schön, wie Blocher die “dumme Frage” mit seinem Echauffement dann doch beantwortet. Zweifellos wird alles Wichtige auf seinem Tisch entschieden, Politik ist schliesslich kein Leiterlispiel.