maurer/bärenbold: wieso das 10vor10-inti so kommen musste
benkösblog-leser erinnern sich: ein interview des sf-magazins 10vor10 sorgte ende dieser woche für aufsehen. nach der bekanntgabe des svp-zweiertickets blocher/maurer befragte sf-journi hans bärenbold die beiden svpler, musste am ende “bös iiluege” – und sf-chefredaktor haldimann sich öffentlich entschuldigen (alles nachzulesen hier).
ein einzelfall? eine überreaktion eines journis? eine kleine netzrecherche lässt eher auf einen alten zwist zwischen bärenbold und der svp schliessen.
so publizierte “weltwoche”-kolumnist und svp-nationalrat christoph mörgeli am 8.12.05 – vor fast genau drei jahren also – einen artikel über bärenbold unter dem titel: “der günstlingsjournalist“. klar, war auch der text dann nicht gerade schmeichelhaft:
Seine Freunde nennen ihn «Jean». Die Rede ist von Hans Bärenbold, SP-naher Fernsehjournalist, Bundeshauskorrespondent der Sendung «10 vor 10» und so etwas wie das «Dargebotene Mikrofon» für die mitteilungsbedürftige Ratslinke. Besonders bedürftig – jedenfalls wenn es um sein eigenes Bild in der Öffentlichkeit geht – ist Bundesrat Moritz Leuenberger.
weiter gehts mit einer passage, die mörgeli wohl vom damaligen bundesrat blocher brühwarm erzählt bekommen hat:
…bislang habe der Verkehrsminister «eisern geschwiegen», hiess es im Vorbericht zum Interview. Darauf folgten die blechernen Ausführungen Leuenbergers: So sei das Traktandum Swisscom im Bundesrat «heftig umstritten» gewesen. Nix umstritten. Leuenberger widersetzte sich keinem einzigen der Beschlüsse. Kein Gegenstimmchen war auf den Antrag Blocher zu vernehmen. Was niemanden stört, solange der gute alte «Jean» das Gespräch führt.
auch vorwürfe mörgelis an die private wohnsituation bärenbolds fehlen nicht:
Man kennt sich. Man schaut füreinander. Während die Linken in den Parlamenten den sozialen Wohnungsbau vorantreiben, ist Leuenbergers Frau, die Architektin Gret Loewensberg, für den sozialdemokratischen Wohnungsbau zuständig: Immer an bester Lage und in sicherer Distanz zur sonst propagierten Immigrationsgesellschaft. Die weltoffene Linke mag es privat dann doch lieber monokulti. Etwa am Zürichberg, wo auch Hans Bärenbold eine Wohnung in einem Loewensberg-Bau besitzt. In der gleichen Liegenschaft lebt ausserdem Daniel Nordmann, Parteikollege und Angestellter Leuenbergers.
es scheint, als ob bärenbold obigen artikel nicht vergessen hätte – und einfach den falschen platz für die fortführung der privatfehde gewählt hat: mit mikrofon bewaffnet vor einer laufenden sf-kamera.
ps: wie ich gerade auf google entdecke, haben auch die kollegen vom sobli was übers thema drin “tv-bosse entschuldigen sich bei maurer“

















David 09:51 on 30. Nov 2008 Permalink |
Der Tagi stellt Maurer auch nach dem 10vor10-Interview die praktisch genau gleichen «blöden» Fragen: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Es-waere-angenehm-koennte-ich-dazu-schweigen/story/21968837 – die ich weiterhin völlig opportun finde.
Wenn man weiss, dass Brunner Bundesrat Blocher geheime GPK-Informationen weitergab, muss man sich dann nicht wundern, wenn Informationen zwischen Blocher und Maurer ausgetauscht werden, die über das übliche hinausgehen. Mit Maurer wird auch Blocher wieder ein bisschen Bundesrat.
bö 10:13 on 30. Nov 2008 Permalink |
@david: das kann natürlich schon sein. auch mörgelis obiger text ging wohl auf eine indiskretion blochers zurück.
Ugugu 11:59 on 30. Nov 2008 Permalink |
“bückling” ist genau das richtige wort. pfui deibel, wenn man jetzt die svp (oder eine partei nach freier wahl) nur noch mit samthandschuhen anfassen darf.